Ein Hauch Haute Couture: Armance Rotceigs Lederjacken

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Fashion
Lederjacke von Armance Rotceig (C: Armance Rotceig)

Armance Rotceig
Was fehlt mir? – fragte sich Armance Rotceig eines Tages. Die perfekt Jacke, stellte sie fest und entwarf sie gleich in vierfacher Ausführung. Ein Besuch im Pariser Atelier der Designerin.

Armance Rotceig, 27, liebt die perfekten Passformen von Balenciaga-Jacken, jedoch hat auch sie – wie wohl die meisten von uns- nicht mal eben 4000 Euro auf der Kante. Das kommt noch. Und bis dahin? Gibt es ja noch ähnlichen Modelle der großen Ketten. Auch die mag Armance – wenn sie denn gut sitzen.

Irgendwas dazwischen müsste man treffen, dachte sich die Pariserin und schrieb gemeinsam mit ihrer langjährigen Freundin Sarah Parent du Châtelet einen Businessplan für ein Jacken-Label. Ein perfektes Team sind die beiden. Sarah studierte zuvor Business und arbeitete bei Hermès. Jetzt kümmert sie sich um den geschäftlichen Teil. Armance, die Modedesign am renommierten „Chambre Syndicale de la Haute-Couture Parisienne“ studierte, bei Elie Saab, Barbara Bui und Christian Lacroix arbeitete, ist der kreative Kopf des Labels.                                                                                                          Designerin Armance Rotceig

Seit sechs Monaten steht ihre Marke nun offiziell. Doch schon während ihres Studiums arbeitete  Armance an Entwürfen für ihre eigenes Label. Das Konzept: Vier Jackenschnitte in feinsten Materialien: Seide, Kalbsleder mit Kroko-Prägung, Ziegenleder, Wollstoffe. Mitunter auch Stoffe mit feinen Perlenstickereien und Federn. Die Preise liegen zwischen 350 und 800 Euro. Besonders aufwendige Materialien liebt Armance. Dennoch glauben sie und Sarah, dass es aus geschäftlicher Sicht klüger sei, Jacken aus simpleren Stoffen zu machen.

 

Armance Rotceig (c: Armance Rotceig)

Links: Jäckchen „Carmen“, rechts: Jacket „Mandane“

Scarlett, Saskia und Mandane

Armance selbst ist eine ihrer besten Kundinnen. Meist trägt sie eine schlichte schwarze Bikerjacke, darunter einen Hoodie. „Jacken sind wie Accessoires“, findet sie. Für jede Gelegenheit gibt es die richtige. Auch an diesem Tag trägt sie ihre schwarze Biker-Jacke aus festem Leder, dann eine apricotfarbene, eine rote und eine blaue – nach vier Stunden hat sie fast alle  Modelle einmal durch. Armance Rotceigs-Jacken erkennt man an den Streifen an den Ärmeln, die je nach Modell variieren. Die Bikerjacke „Saskia“ –benannt nach ihrer Schwester – und das Jacket „Scarlett“ haben je nur einen Streifen am Ärmel, der Blazer „Mandane“ mit andersfarbigem Revers-Krage drei Streifen. Streifenlos, aber dennoch sehr hübsch, da so schlicht, ist das ärmellose Jäckchen „Carmen“.

 

Atelier Armance Rotceig (Foto: Anna Pietschmann
Am liebsten Arbeit Armance direkt an einer Schneiderpuppe. (Foto: Anna Pietschmann) Armance drapiert die Prototypen lieber direkt an der Schneiderpuppe, als sie zu skizzieren.

Im Glashaus

Die Prototypen entwirf Armance in ihrem Pariser Atelier im familienfreundlichen 15. Arrondissement. Die restlichen Modelle lässt sie in Ateliers in der Stadt nähen. Ihre Entwürfe zeichnet sie selten,  lieber drapiert sie die Stoffe direkt an ihrer Schneiderpuppe. So sieht sie sofort, wie der Stoff fällt.

Licht gibt es hier auch zu Genüge. Denn Armance arbeitet in einem Glashaus, zwischen Büchern und Kunstwerken ihrer Mutter, einer Bildhauerin. Draußen zwitschern Vögel, kein Straßenlärm. Und das mitten in Paris!

Atelier Armance Rotceig (Foto: Anna Pietschmann)

Im Atelier von Armance Rotceig (Foto: Anna Pietschmann)Atelier Armance Rotceig (Foto: Anna Pietschmann)

Armance trägt drei Modelle übereinander. (Foto: Anna Pietschmann)Carmen, Carmen, Carmen: Armance trägt drei Jäckchen übereinander

Armance und Sarah wollen das Label langsam aufbauen. Den ersten Kontakt zu Einkäufern hatten sie auf der Tranoi in Paris, einer Verkaufsmesse für internationale Newcomer-Labels. Die Pariserin findet es schwierig, ihre eigenen Kreationen selbst anzupreisen – was sehr sympathisch ist. Irgendwann will sie jemanden für die Pressearbeit einstellen.

Armance Rotceig (Foto: Anna Pietschmann)Wunschkonzert: Armance fertigt ihre vier Modelle in verschiedenen Farben und Lederarten.

 

Jacke von Armance RotceigAn den Streifen erkennt man Armance Rotceigs Jacken.

Liebe auf den ersten Blick

In drei Monaten planen sie ein Verkaufsevent, um die Marke bekannter zu machen. Wer dann gerade nicht in Paris ist, kann schon vorher bei ihr eine Jacke per Mail bestellen. Als nächstes plant Armance Shorts passend zu den Jacken zu entwerfen. Warum nicht. Für den Frühling wäre aber auch schon die Bikerjacke „Saskia“ (meine absolute Favoritin, siehe Bild unten) in Schwarz ein Traum.

Jacke von Armance RotceigEinmal reingeschlüpft und schon verliebt. Bikerjacke „Saskia“

http://armancerotceig.fr

 

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